Förderkreis unterstützt MINT-Tag „Strahlung“

Auch im Jahr 2026 unterstützt der Förderkreis GW die Durchführung des Projekttages „Strahlung“ der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zur Förderung von MINT-Begabten Schülerinnen und Schülern aus dem Großraum Mittelhessen.

MINT-Fächer sind und bleiben unverzichtbare und innovative Schlüsselkompetenzen für die Zukunft, dies erlebten 60 Schülerinnen und Schüler auf besondere Art und Weise am Standort Gießen der THM. An 8 verschiedenen Mitmachstationen experimentierten Sie zu ingenieurwissenschaftlichen Themen wie Spektroskopie, 3D-Druck oder angewandte KI und gewannen Einblicke in mathematische Optimierungsprozesse für wirtschaftliche und industrielle Anwendungen.

Bereits zum zweiten Mal wurde der Projekttag unter der Leitung unserer beiden Vorstandsmitglieder Natalie Kunkel und Daniel Thölken aus dem Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung (MND) angeboten. Durch die Unterstützung des Förderkreises sowie der Fachkolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Mathematik und des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen (WI), konnte das Programm in diesem Jahr für 60 Schülerinnen und Schüler angeboten werden.

Mehr als 300 Jugendliche hatten sich um die 60 Plätze des Projekttags beworben, welcher Teil der Begabtenförderung „Digitale Drehtür Hessen“ für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, einem Förderprogramm des Hessischen Kultusministeriums, ist. Die Technische Hochschule Mittelhessen war im Rahmen der Förderung, nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im letzten Jahr, nun ein weiteres Mal im fachlichen Schwerpunkte MINT dabei. Am Standort Gießen erlebten die Schülerinnen und Schüler laut Sabine Schilling, Koordinatorin Begabtenförderung des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums Gießen, „Ein gänzlich gelungenes, innovatives und spannendes Programm, welches eindrucksvoll die Ausbildungsmöglichkeiten der THM und die Zukunftsperspektiven von MINT-Fächern Schülerinnen und Schülern aufzeigt“.

Auch in diesem Jahr konnten die Teilnehmenden an unterschiedlichen Mitmachexperimenten die große Bandbreite naturwissenschaftlich-technischer Anwendungen kennenlernen und erleben.

Die Analyse von Licht und Lichtquellen zur Charakterisierung von Elementen oder optischen Bauelementen Stand im Fokus des Themenfeldes Spektrometrie. So analysierten die Schülerinnen und Schüler nicht nur spezielle Laborlampen, sondern auch die Besonderheiten und Unterschiede der verschiedenen Smartphone-Beleuchtungen sowie die Grenzen des menschlichen Auges in der Farbwahrnehmung. Daneben wurde mit spannenden Phänomenen der Lichtpolarisation experimentiert und deren technischen Anwendungen beim 3D-Kino, der Fotografie oder dem Einsatz bei Sonnenbrillen aufgezeigt.

Das Mathematik ein essentielles Handwerkzeug darstellt, lernten die Teilnehmenden anhand mathematischer Optimierungsprozesse kennen. Ausgehend von praxisnahen Beispielen wurden gemeinsam Strategien entwickelt, wie man in wirtschaftlichen und industriellen Anwendungen mit Hilfe bekannter Algorithmen, Ideen für Optimierungsprozesse umsetzen kann.

Die Verschmelzung von digitaler und realer Wellt mittels Augmented Reality Technologie konnten die Schülerinnen und Schüler live erleben. Sie lernten dabei Virtual Reality als Werkzeug in Entwicklungsprozessen kennen und durften sich selber dabei versuchen, Produktions- und Arbeitsabläufe effizienter zu planen und zu gestalten.

An praxisorientierten Versuchen bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in die Grundlagen und Techniken additiver Fertigungsverfahren. Anhand der Technik des Fused Deposition Modellings lernten Sie derzeitige Anwendungsgebiete und Grenzen des Verfahrens kennen.

Das KI allgegenwärtig zu sein scheint, wurde an gleich mehrere Stationen in diesem Jahr vermittelt. Wie Smartphones und Kamerasysteme zur Mikroanalyse spezielle Aufnahmetechniken, wie das „focus stacking“ nutzen, um Bilder mit hoher Schärfentiefe zu erzeugen, war nur eine davon. Ebenso lernten die Schülerinnen und Schüler leistungsstarke Programme zur Bildmanipulation und Nachbearbeitung kennen, die oft Realität und Wirklichkeiten miteinander verschwimmen lassen.

Einen spielerischen Einblick in das Themenfeld Reinforcement Learning wurde anhand eines mechanischen Computers aus Streichholzschachteln gegeben. Wie ein solches System lernt tic-tac-toe zu spielen und wie man es mit Hilfe der „matchbox educable noughts and crosses engine“ (MENACE) trainieren kann, bis es immer gegen den Menschen gewinnt, begeisterte die Teilnehmenden genauso wie die Erstellung einer bildbasierten Zutrittskontrolle. Die Einsatzfähigkeit solcher Systeme wurde von den Schülerinnen und Schülern intensiv ausgetestet, bspw. durch Analyse von Pass- oder Kinderfotos, wodurch sich durch die Betreuer die Möglichkeit ergab, sich neben den Grundlagen der technischen Anwendung von KI auch mit den Möglichkeiten und Risiken der Technik auseinanderzusetzen.

In eigens im Fachgebiet Physik konzipierten Experimentierstationen lernten die Schülerinnen und Schüler die Nutzung des Sonnenlichts als erneuerbare Energiequelle kennen. Im Vordergrund stand insbesondere die Analyse des Einflusses von Umwelteffekten auf die Energieeffizienz und die Lebensdauer von Zellen.

Während der gemeinsamen Mittagspause in der Mensa, konnten die Schülerinnen und Schüler auch den Alltag aktueller Studierender der THM erleben uns sich über Ihre Erfahrungen, Erwartungen und Zukunftspläne austauschen.

Der MINT-Projekttag, weckte bei den Schülerinnen und Schülern großes Interesse, die teilweise mit Erstaunen feststellten, wie schnell 8 Stunden verfliegen können, wenn man an spannenden Themen arbeitet. Entsprechend war auch das Fazit von Frau Schilling zum Projekttag. „Der MINT-Projekttag war für unsere besonders interessierten und begabten Schülerinnen und Schüler eine großartige Gelegenheit, Wissenschaft hautnah zu erleben. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Themen aus Physik und Mathematik sowie der starke Praxisbezug. Die Jugendlichen konnten experimentieren, Fragen stellen und echte Einblicke in die Arbeit an einer Technischen Hochschule gewinnen. Dank der engagierten Betreuung durch zahlreiche Mitarbeitende der THM, fühlten sich die Schülerinnen und Schüler sehr gut begleitet. Die Begeisterung, mit der sie am Ende des Tages von ihren Erfahrungen berichtet haben, zeigt, wie wertvoll solche Angebote für die Förderung junger Talente sind.“

Der Förderkreis bleibt mit seiner Unterstützung seiner Linie treu, junge Menschen in der Entwicklung und Ausbildung im Bereich naturwissenschaftlich-technische Grundlagen und Fragestellungen zu Fördern, um damit den Wirtschaftsstandort Deutschland und insbesondere Mittelhessen zu stärken.

Aus folgenden Schulen haben Jugendliche an dem MINT-Projekttag „Strahlung“ an der THM teilgenommen: Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen, KFG Bad Homburg, St. Angela Königstein, Alfred-Wegener-Schule Kirchhain, Alexander-von-Humboldt-Schule Lauterbach, Herderschule Gießen, AKS Kronberg, Gesamtschule Hungen, Gymnasium Philippinum Marburg, Weidigschule Butzbach, Singbergschule Wölfersheim und Alfred-Wegener-Schule Kirchhain.

Vorstellung des Programms des MINT-Strahlentages und des geplanten Ablaufs durch unser Vorstandsmitglied Daniel Thölken in den Hörsälen der THM am Campus Gießen.
Vorstellung des Programms des MINT-Strahlentages und des geplanten Ablaufs durch unser Vorstandsmitglied Daniel Thölken in den Hörsälen der THM am Campus Gießen.